Mittwoch, 16. November 2016

Geschriebenes: Von der Dachgeschosswohnung in den Schrebergarten

Auf Instagram und Twitter habe es viele sicher schon mitbekommen, mein Freund und ich haben uns einen Garten gekauft. 284 m² in der Nähe der Essener Innenstadt nennen wir unser eigen. Mit einem hübschen Schuppen aus Holz, einer riesigen Terrasse, einer zweiten Terrasse eingerahmt von Obstbäumen und einem Gemüsebeet. Weil wir uns nicht vorstellen können das Ruhrgebiet und die Großstadt je zu verlassen, war es nachdem unsere berufliche Situation geklärt ist, an der Zeit offiziell sesshaft zu werden. Irgendwie sind wir der Wohnung entwachsen, obwohl wir sie lieben. Am meisten fehlt im Sommer ein Balkon, ein Platz an dem man die milden Abende verbringen kann und vor allem: Grillen, grillen, grillen. Eine Wohnung mit Garten oder großen Balkon ist kaum zu finden und die Miete unbezahlbar, ein Wohnungskauf in den nächsten 10 Jahren undenkbar. Die gedankliche Sackgasse in der wir uns befanden, hat uns frustriert und als sich der Sommer dem Ende zuneigte haben wir aufgehört darüber nachzudenken. Als uns die Lösung in den Schoß fiel. Nach langer Zeit sah ich eine Freundin wieder, sie erzählte von dem Kleingarten den sie und ihre Eltern gemeinsam gekauft hatten. Als ich meinen neuen Job begann, hatten gleich zwei Kollegen in meinem Alter einen kleinen Garten in dem sie den Sommer verbracht haben.

An einem ruhigen Sonntag 

sprach ich mit meinem Freund darüber, wie spannend ich diese Gartensache finde und wie gut ich mir das vorstellen könnte. Er hatte vor nicht allzu langer Zeit ein Gespräch mit seinem Cousin über den Schrebergarten der Oma, den sie aus Altergründen abgab. So fanden wir uns Sonntagnachmittag auf Ebay Kleinanzeigen und diversen Vereinsseiten im Internet, auf der Suche danach was der Spaß kosten würde. Dabei stellte sich heraus: gar nicht so viel wie wir dachten. Ich hatte im meinem Kopf immer diese Vorstellung, dass ein Garten Luxus sei den sich nur Rentner leisten, weil sie Zeit und Geld dazu haben. Dass ein Schrebergarten geschätzt nur 1€/Tag kostet hätte ich nie erwartet.

Nach nur zwei Wochen

jeder Menge Kleinanzeigen, Emails und ein paar ernüchternden Besichtigungen war bereits der richtige Garten dabei. Noch am selben Tag sagten wir dem netten Ehepaar Bescheid und warteten ungeduldig darauf, dass der Papierkram endlich erledigt ist und wir mit der Gestaltung unseres Outdoor Wohnzimmers los legen können.
Zu Beginn stand nur eins auf unserer To-Do Liste: ausmisten. All den Kram, den die Vorgänger in 20 Jahren angesammelt hatten und marode Holzteile wurden entfernt. Langsam aber sicher wird es zu unserem, auch wenn der Garten jetzt im Winterschlaf liegt, freue ich mich umso mehr auf das Frühjahr.
Das ganze Garten-Abenteuer könnt ihr bei Instagram verfolgen, dort nehme ich euch auf "Parzelle 100" mit ins Grün.

Habt ihr einen Schrebergarten? Könnt ihr euch einen Kleingarten vorstellen?

1 Kommentar:

  1. Ach wie schön. Ich mag Gärten ja auch sehr gerne. Wir haben zum Glück einen Balkon was schon einmal ziemlich praktisch ist. Unsere Eltern haben Gärten am Haus. Das ist für uns toll, denn für die ganze Arbeit hätten wir leider keine Zeit.

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